Weitere Gedanken zum Katzenkauf


Gedanken zum Katzenkauf


Interessenten, die eine Katze kaufen möchten, sind nicht selten erstaunt, wenn sie am Telefon einen Preis von mehreren Hundert Euro genannt bekommen. Sie möchten ja eigentlich nur ein Liebhabertier, Papiere sind nicht so wichtig, und kleine Fehler würde man akzeptieren. Nur - es soll ein Rassetier sein, eben etwas besonderes.
Eine Hauskatze entspricht entweder nicht dem Geschmack, oder birgt das Risiko zweifelhafter Gesundheit und Erziehung.

Oft sind Katzenliebhaber der Meinung, dass sich der Züchter dabei eine "goldene Nase" verdient. Dabei muß man nur einmal genau überlegen, was alles notwendig ist um Rassekätzchen ordentlich aufzuziehen:

Zunächst sind da die Anschaffungskosten für gute Zuchttiere. Weiterhin die Vereinsbeiträge, denn ein seriöser Züchter wird sich einem solchen anschließen und sich so einer gewissen Kontrolle unterordnen.
Die Wohnung muß katzengerecht eingerichtet sein (Kratzmöglichkeiten, Schlafmöglichkeiten ...). Balkon oder Terasse müssen entsprechend abgesichert werden. Es fallen Ausstellungskosten und Arztkosten an. Dazu muß eine Katze nicht einmal krank sein (Regelmäßige Impfungen, Gesundheitsvorsorge, evt. Tests).
Zuchttiere bedürfen einer besonders guten Ernährung. Evt. Deckkaterkosten , wenn man sich keinen eigenen hält. Ansonsten fallen hier Kosten an, denn auch der Deckkater muß artgerecht gehalten werden.
Sind Babys da, fallen auch hier Kosten für besonderes Futter, Ergänzungsnahrungsmittel und Impfungen/Entwurmungen an. Hinzu kommen die Stammbäume, die eigentlich noch den kleinsten Unkostenbeitrag darstellen.

Lohnt es sich mit "Billigkatzen" ein größeres Risiko einzugehen? Das Gesetz "wer billig produziert kann billig verkaufen" gilt auch in der Tierzucht. Wenn man sich für die nächsten zwei Jahrzehnte ein Familienmitglied kauft, sollte man dies mit Herz und Verstand aussuchen und nicht vom Preis abhängig machen.
Kann man sich den Preis seines "Rassekätzchens" nicht leisten, sollte man sich lieber nach einem Hauskätzchen umschauen, bevor man billigst ein Kätzchen aus einer Zucht ersteht, die unwürdige, teils tierquälerische Haltungs- und Aufzuchtsbedingungen bietet. Ein kränkelndes Problemtier ist oft nicht tragbar für eine Familie. Leider sehen das manche Liebhaber erst nach der gemachten, schlechten Erfahrung ein. Zudem würde man die sog. Billig- und Massenzuchten unterstützen und fördern.

Stichwort Katzenverein: Ein seriöser Züchter wird sich immer einem Rassekatzenverein anschließen. Er obliegt damit gewissen Kontrollen und Richtlinien.
Züchter, die Rassekatzen ohne Papiere veräußern, verschließen sich diesen Kontrollen entweder von vorneherein, oder haben sich schon durch schlechte Tierhaltung bzw. Missachtung von Zuchtrichtlinien den Zugang zu einem ordentlichen Verein verbaut. Die Vereinsbeiträge sind i.d.R. erschwinglich, so dass man davon ausgehen kann, dass solche Züchter nicht im Interesse ihrer Tiere handeln, sonst bräuchten sie ja Kontrollen nicht zu fürchten.

Ernsthafte Katzenfreunde, die sich längere Zeit mit dem Kauf eines Kätzchen befassen und nicht auf die Schnelle sich irgend ein Tier zulegen, akzeptieren i.d.R. die Preise. Denn sie sind sich bewusst, dass kein Züchter auf Dauer dieses Hobby betreiben würde, wenn er bei der Aufzucht schöner, gesunder und wesensstarker Babys drauflegen müsste.
Das muss man ohnehin, wenn Reparaturen an den Kratzbäumen fällig werden, man den Garten für die Miezen umbaut oder wenn es z.B. Komplikationen bei einer Geburt gibt(Kaiserschnitt) und evtl. eine Handaufzucht nötig wird. Das ist nämlich ein unbezahlbarer 24-Stunden-Job.

Die Freude an gesunden, schönen und verschmusten Katzenbabys und die späteren zufriedenen Begleiter, machen dieses Hobby zu einer erfüllten Lebensangelegenheit!